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Zentrum für
Tierzahnheilkunde
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Restauration

Immer wieder brechen Zahnkronen nach Unfällen oder Beißereien - vor allem die Kronen der Eckzähne. Sie müssen möglichst schnell versorgt werden, soll eine sehr schmerzhafte Zahnmarkinfektion vermieden und der Zahn erhalten werden. Hierfür gibt es drei Möglichkeiten: In Abhängigkeit von Aufgabe und Verwendung des Tieres ist zu entscheiden, ob der verletzte Zahn verschlossen und in der nach dem Unfall vorliegenden Form gesichert, wiederaufgebaut oder mittels Krone wiederhergestellt werden soll.

Sicherung und Remodelling des Zahnes

Kronenversorgung und Wiederaufbau erfolgen stets nur mit 2/3 der ursprünglichen Kronenlänge, weil mittelgroße Hunde bis zu 700 kg Beißkraft entwickeln können (beim Menschen ist bei 50 kg Schluss!). Deshalb sind viele Kronenstümpfe nach der Fraktur sogar ohnehin zu lang oder nur minimal kürzer. Eine Kronenversorgung hätte nur Nachteile: der Zahnstumpf würde durch Beschleifen manchmal verkürzt, in jedem Fall aber geschwächt, weil Zahnschmelz und Dentin abgetragen werden müssen. Edelstahlkronen sind stets Metallfarben, Porzellanverblendungen halten nur kurz, Keramikkronen sind spröde und ausgesprochen verletzungsanfällig. Für die Verankerung einer Krone muss der Zahn stets devitalisiert werden, weil der Wurzelstift in der Markhöhle des dann toten Zahn verankert wird. Nicht zuletzt sind für eine Kronenversorgung mehrere Sitzungen in Narkose notwendig. Der Aufwand kann erheblich sein.

So bietet sich eine Sicherung mit Remodelling an: Der Zahn bleibt lebendig, weil er mittels Vitalamputation versorgt, die Spitze vorsichtig gefüllt werden kann. Die Dentinwunde wird präpariert, die Kalziummatrix zur besseren Verankerung der Überkappung aufgeraut. Auf die so vorbereitete Fläche werden zahnfarbene Kunststofffüllmaterialien mit mineralischen Zuschlägen aufgeklebt, die den Zahn nahe an seine ursprüngliche Form bringen. Mit Hilfe eines Glasfasernetzes kann die Überkappung verstärkt werden. Der Zahn bleibt in etwa in der Länge vorhanden, die durch den Unfall entstanden ist. Anschließend werden scharfe Bruchkanten beschliffen.

Wiederaufbau

Auch hier erfolgt die Versorgung des vital bleibenden Zahnes mittels Vitalamputation und Füllung. Auch hierbei wird die Dentinwunde entsprechend präpariert. Zur Fixation des Aufbaus werden zusätzlich Parapulpärstifte im Zahn verankert. Auf den so vorbereiteten Stumpf werden zahnfarbene Füllmaterialien aufgebaut, die mit Glasfasern durchsetzt und schließlich mit einem Glas- oder Kohlefasernetz überzogen werden. Diese werden schließlich wieder mit zahnfarbenen Kunststoffen verkleidet. Der Zahn kann auf bis zu 2/3 seiner ursprünglichen Höhe aufgebaut werden, sofern noch eine ausreichende Verankerungsfläche vorhanden ist.

Das Verfahren ist wegen der in diesem Alter noch sehr weiten Markhöhle bei Hunden unter 18 Monaten und bei sehr temperamentvollen Hunden oder Diensthunden mit schwerer Kieferarbeit weniger geeignet. Gut geeignet ist es für Hunde unter 20 kg Körpermasse und kein eher ruhigeren Charakteren wie vielen Retrievern, Berner Sennenhunden o.ä. Auch abgenutzte Zähne von Käfigbeißern können auf diese Weise versorgt werden.

Kronenversorgung

Sehr kurz abgebrochene Zähne und Zähne, die z.B. durch Schutzdienst stark mechanisch belastet werden, können nur auf diese Weise verlängert werden. Es wird im zahntechnischen Labor eine Zahnkrone au Metall angefertigt, die Form und Funktion des Zahnes wiederherstellt.

Das Zahnmark muss für einen Wurzelstift präpariert werden, der für die notwendige Verankerung im Zahn sorgt. Der Zahn bleibt dabei zwar im Kiefer stehend erhalten, wird aber abgetötet. Der Zahnstumpf wird beschliffen. Dabei werden alle verbliebenen Zahnschmelzanteile und Teile des Dentins entfernt, um die Krone an den Stumpf ankleben zu können.

Nach entsprechender Präparation werden der Kronenstumpf und der Zahn der Gegenseite abgeformt. Eine im zahntechnischen Labor hergestellte Krone von 2/3 der Länge des intakten Zahnes wird mit entsprechenden Verankerungsvorrichtungen versehen sorgfältig auf den Stumpf aufgebaut, der Wurzelstift wird in das vorbereitete Zahnmark zementiert. Damit ist die Krone fest mit dem Zahn verbunden.

Am besten haben sich Metallkronen aus Stahl oder Goldlegierungen bewährt. Zur Verbesserung der Optik können Porzellanverblendungen oder Keramikkronen führen. Solche Kronen sind zwar zahnfarben, sie sind aber auch erheblich empfindlicher.

Mit Hilfe von Sicherungen wie speziellen Ankern in der Pulpahöhle oder Querverbolzung halten Kronen auch beim Hund unter den Belastungen von Arbeit und Sport. Da der Hund auf seine "Dritten" nicht so aufpasst wie ein Mensch, muss diese Aufgabe der Halter übernehmen.

Reicht die Kronenfraktur mehr als 1-2 mm unter das Zahnfleischniveau, ist leider weder ein Wiederaufbau noch eine Kronenversorgung möglich. Solche Zähne können nicht ordnungsgemäß beschliffen werden. Die entstehenden Schmutzecken führen schnell zum Zahnverlust. Daher ist in diesen Fällen eher die Sicherung mit Remodelling oder Extraktion zu empfehlen. Gleiches gilt für in die Wurzel gesplitterte Zähne, die u.U. sogar besser gezogen werden sollten.

Nach traumatischem Zahnverlust können bei Bedarf mit Hilfe spezieller Knochenanker Stiftzähne aufgebaut werden. Die Anfertigung solcher Zähne ist in die Abstammungspapiere einzutragen und setzt die Genehmigung des Zuchtverbandes voraus.

 

  

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